Jugend- & Kulturzentrum Phönix e.V. in Moormerland

Auf der Facebook Seite vom Jugend und Kulturzentrum Phönix e.V. in Moormerland kann man alle aktuellen News rund um die Situation in ihrem Zentrum nachlesen und auch, wie sie mit der aktuellen Situation durch Corona umgehen.

Die Zeit der abgesagten Veranstaltungen wurde zum Beispiel genutzt, um das Kulturzentrum zu renovieren, eine Vielzahl von Masken für den guten Zweck zu nähen und per Videoschaltung Live-Musik mit Animation für die Kinder zu senden. Getränke, die schon für kommende Veranstaltungen gekauft werden und nun nicht genutzt werden konnten, fanden per Hilferuf innerhalb von 30 Minuten freundliche Abnehmer.

Zu der aktuellen Situation äußerte sich die Geschäftsführerin vom Jugend- und Kulturzentrum Phönix in einem Schreiben innerhalb der eigenen Dokumentation, wie folgt:

 

Corona Gedanken von Ivonne Kruse

 

Wenn mir vor einem Jahr jemand erzählt hätte: „Nächstes Jahr wird alles anders! Du wirst keine Konzerte planen, keine Aktionen für Kinder- und Jugendliche durchführen und auch sonst wird es beruflich eine große Herausforderung!“ wäre ich ungläubig und kopfschüttelnd aus dem Raum gelaufen, denn schließlich habe ich mir diesen Job gerade wegen diesen Aufgaben ausgesucht und am 15.Juni 2019 die Stelle als Geschäftsführerin des Jugend- und Kulturzentrum Phönix e.V. in Moormerland angetreten.

 

Genau ein Jahr später ist tatsächlich alles anders!

Wie aus dem nichts taucht plötzlich ein neuer Virus auf, der in wenigen Wochen die komplette Welt durcheinander bringt. Das öffentliche Leben wird von 100 auf 0 runter gefahren. Soziale Kontakte, die bis Anfang März das tägliche Brot meiner Arbeit waren, wurden plötzlich untersagt. Ohne andere Menschen können keine Konzerte gespielt werden, kein Kindertheater ohne Zuschauer oder Puppenspieler stattfinden und auch die sozialpädagogische Beratung darf auf Grund des Kontaktverbots nicht durchgeführt werden. Neunzig Prozent meiner Aufgaben fallen plötzlich weg.

Also was nun?! Einfach herumsitzen und nichts tun liegt nicht in meiner Natur. Natürlich gab es im Haus einiges an Renovierungsarbeiten zu erledigen, doch vieles lässt sich als einzige hauptamtliche Mitarbeiterin nicht alleine bewerkstelligen.

Darum wurde schnell der Entschluss gefasst außerhalb des Vereins zu Helfen, dort wo aktuell der Bedarf am größten ist. Doch was kann ich tun, ohne mich selbst oder andere zu gefährden? Schnell wurde deutlich, dass die Reserven an Mund-Nase-Masken im medizinischen Bereich sehr knapp werden und wie sollen wir uns schützen, wenn wir nicht mal die Helfer der ersten Reihe wie Ärztinnen und Pflegepersonal vernünftig schützen können.

Ein Aufruf im Internet bracht schnell Erfolg: Mitglieder und Freunde des Vereins spendeten eine Nähmaschine, Stoffe und Gummiband, sodass ich schnell starten konnte Behelfsmasken zu nähen. Kurz darauf wurde für gesamt Deutschland die Maskenpflicht eingeführt, was zu noch größeren Engpässen und explodierenden Preisen führte. Also wurde die Produktion schnell hochgeschraubt und innerhalb kurzer Zeit schaffte ich es als ungeübte Näherin 750 Behelfsmasken aus doppelter Baumwolle zu nähen.

 

Die genähten Behelfsmasken wurden nicht verkauft, sondern gespendet.
Empfänger waren neben vielen Mitgliedern des Jugend- und Kulturzentrum Phönix e.V. auch unterschiedliche Einrichtungen der Behindertenhilfe in Ostfriesland, mehrere Arztpraxen und Krankenhäusern sowie weitere ostfriesische Firmen und Grundschulen. Viele der Empfänger dankten es mit Sach- oder Geldspenden für unser Jugend-+Kulturzentrum. Auch wurden von einigen Hotels und Gaststätten große Mengen an Baumwollstoff gespendet, den ich selbst gar nicht komplett vernähen konnte. Damit diese großartigen Stoffe trotzdem zu schützenden Behelfsmasken werden können, wurden sie an eine Gruppe von Flüchtlingen aus dem Landkreis Leer weitergegeben, die durch das DRK koordiniert werden und sie nähten und spendeten mehrere tausend Masken für die ostfriesischen Krankenhäuser und Altenheime.

Inzwischen sind die meisten Menschen in unserer Umgebung mit Behelfsmasken versorgt und das strenge Kontaktverbot gelockert, sodass es nun mit der Renovierung des Phönix weiter gehen kann.

 

Ich hoffe ihr kommt alle gut durch diese schwere Zeit und macht wie ich einfach das Beste draus!

Bleibt stark und zuversichtlich!

 

Quelle: Geschäftsührerin Yvonne Kruse vom Jugend- und Kulturzentrum Phönix e.V.

Foto zur Verfügung gestellt vom Jugend- und Kulturzentrum Phönix e.V.

 

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