Die Agentur für kreative ZwischenRaumNutzung – 1. Jahr 2016

Das 3-Jahres-Projekt der Landesverbände LaFT (Landesverband Freier Theater) und LAGS (Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur) mit Martina von Bargen, Uta Lorenz, Ingrid Wagemann


ZwischenRaum. Der Raum zwischen genutzten Räumen. Für uns auch die ungenutzte Zeit zwischen den Nutzungen eines Raumes. Und hier soll Kunst stattfinden: improvisierte oder temporäre Kunst, künstlerisches Übungsfeld, performatives Experiment, kreative Belebung.


Strömungen, Tendenzen und Bedarfsmeldungen aus verschiedenen Richtungen wirken gleichzeitig auf unsere Verbände ein und bestärken uns in der Projektentwicklung:
Veränderte Formate, neue Konzepte, neue Orte spielen in allen Kunst- und Kulturbereichen eine wichtige Rolle. Temporäre Veranstaltungen und künstlerische Aktionen finden in großer Vielfalt statt.
Der öffentliche Raum steht im Fokus der Stadtentwicklung; Stadtraum als Lebensraum, als Raum der Vielfalt und Meinungsäußerung; Interdisziplinäre Stadtplanung; Ermöglichungsräume schaffen…
Unfertige Orte und leerstehende Hallen sind Nährboden für die kreative Nutzung oder Umnutzung. Gesucht sind StadtRäume und WohnRäume, die Platz bieten, inspirieren und möglich machen.


Unser Ziel ist die Beförderung künstlerischer und kultureller Aktivitäten in Hannover; aber auch die Beförderung hin zu einer Stadt und einer städtischen Entwicklung, in der Kunst und Kultur die leerstehenden und öffentlichen, die privaten und unterirdischen Zwischenräume in kreativer kurzer oder langer Nutzung besetzen darf bzw. eingeladen wird, sie zu nutzen.


Um dieses Ziel zu erreichen, bauen wir mit maximal dreijähriger Erprobung eine „Agentur für Kreative ZwischenRaumNutzung“ und vermitteln zwischen kunst- und kulturellen temporären NutzerInnen und RaumeigentümerInnen im gegenseitigen Nutzen und Einvernehmen. Die Agentur entwickelt sich darüber hinaus zum Scharnier, zur Übersetzerin, Kommunikatorin und Vermittlerin zwischen Kunst und Kultur und verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft. Sie bringt durch die Trägerkonstellation des Projektes die Möglichkeiten der Beratung und Qualifizierung von LaFT (Landesverband Freier Theater) und LAGS (Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur) verstärkend ein.


! ZwischenRaum für Cameo Magazin gesucht !


Cameo - unser Pilotprojekt
Das Cameo Kollektiv, das Cameo Magazin ist in Hannover vielen Menschen ein Begriff, die sich im Kultur- und Kreativbereich und auf der Schnittstelle zur Arbeit mit Geflüchteten bewegen.
„Wir sind ein Kollektiv an kreativen Köpfen mit einem Herz für eine bunte Gesellschaft. Wir sind der Überzeugung, jeder Mensch bereichert unsere Welt, egal, woher er kommt. Dafür braucht er eine Chance – und die beginnt in deinem Kopf. Wir finden, miteinander reden hilft. Und machen noch mehr. Deshalb realisieren wir Ideen, die Platz für Vielfalt schaffen.“
Wir von der Agentur für kreative ZwischenRaumNutzung wollen für diese Arbeit den richtigen Raum zu finden - als Redaktionsraum, Diskussions- und Arbeitsraum, Fortbildungsraum, Versammlungsraum, Treffpunkt. Gesucht wird ein Ladengeschäft mit Schaufenster, ca. 80 - 100 qm an einer zentralen Straße, an einem zentralen Platz in der City - wichtig für die Sichtbarkeit, Präsenz und Erreichbarkeit des Projektes.
Mit Cameo kam die erste große Anfrage an uns. Wir hätten nicht gedacht, wie schwer es werden würde und wie lange es dauerte, bis endlich eingezogen wurde in der Steintorfeldstraße!


! … die Orgel ist nicht mehr da !
in einer Kirche stehen, die zu meiner Kindheit gehört und nun zu einem Studentenwohnhaus umgebaut wird. Entweiht und noch mit vielem, was eine Kirche ausmacht - Altar und Kreuz, Kirchenbänke. Und daneben Müll auf den Außentreppen, Spuren von Graffiti, Abräumreste, eine entleerte Empore - die Orgel ist nicht mehr da. Küche und Toiletten sind vorhanden, sogar eine Behindertentoilette - wichtig wie der Zugang zu Strom und Wasser.
Das Licht scheint schräg und bunt durch die Kirchenfenster, die Höhe und Weite des Raumes ist imponierend. Juli - August - September 2016: drei Monate lang können wir diesen wunderbaren Ort KünstlerInnen und Kulturschaffenden anbieten für ihre Inspirationen und Kompositionen hier in der ehemaligen Uhlhornkirche an der Ihme in Linden Nord.


! „dicke Bretter bohren“!
Wir vernetzen, bringen zusammen und machen Lobbyarbeit: Zitate aus unserer Veranstaltung im November 2016 – natürlich im temporären Zwischenraum
„Ein banales Schlagwort: Kommunikation. Bei uns ging es im Kern wirklich darum , dass Kommunikation stattfindet und zwar in vier Bereichen: Dass die Stadt mehr mit der Szene spricht und sich austauscht, dass die Stadt mehr mit der Stadt spricht untereinander, dass die Szene mit der Szene spricht tatsächlich auch und dann als so ein kleines, was vieles zusammenfasst, dass die Stadt auch die Wirtschaft aktivieren soll für die Szene.“
- „Es ging wirklich darum, wie kann man intern und auch nach außen hin Hannover zu einer Stadt machen, wo kreative Menschen bleiben und wo sie mit wenig Hürden, ob sie jetzt kleine Dinge oder langfristige Projekte planen von der Stadt aber eben auch von anderen Akteuren unterstützt werden und vernetzt werden, da wo sie sich nicht selber vernetzen können.“
- „…ist für mich das Interessanteste, was für mich diese Veranstalter-Fibel gebracht hat, dass Stadtverwaltungen tatsächlich darüber anfangen nachzudenken, sich mich jungen Leuten auseinander setzen, die in die Stadt raus gehen und aktiv werden . Sich überlegen, was es für Mittlerstellen geben könnte.“


IN UNSEREM Projektantrag für 2017 beschreiben wir unsere Arbeitsfelder aktuell:
Die Agentur in der konkreten Beratung und Vermittlung von temporären Räumen für Kreative - Die Agentur in Kooperationen und Netzwerken - Die Agentur und die Hochschulen - Die Agentur und die Stadt Hannover in Kooperation für den VeranstalterInpass - Die Agentur und das Ihmezentrum.

 

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