Die Wüste lebt!

Erfolgreiche Kundgebung "Keine Kulturwüste in Niedersachen!" mit mehr als 600 Teilnehmer*innen / Unterstützung aus den Landtagsfraktionen und zahlreichen Solidaritätsbekundungen aus ganz Deutschland / Petition und "Kulturbaum" an die Fraktionsspitzen übergeben / Aktionsbündnis widerspricht den Aussagen von Kulturminister Thümler

Als Reaktion auf den Haushaltsplanentwurf der Landesregierung hat sich vor einigen Wochen das Aktionsbündnis der Niedersächsischen Theaterschaffenden gegründet, das gestern vor dem Landtag in Hannover demonstriert hat. Bei der Kundgebung forderten nicht nur Vertreter*innen von Theatern und Orchestern aus dem ganzen Land eine bessere Förderung für die sechs Kommunaltheater, das GSO und die Freien Theater – auch Landtagsabgeordnete von CDU, SPD, FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN solidarisierten sich mit den Theaterschaffenden und sprachen sich für eine bessere Unterstützung der gesamten Theater- und Orchesterlandschaft bereits ab 2019 aus.

"Die Kundgebung hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Es ist neu, großartig und eine Sensation, dass die Ensembles und Mitarbeiter*innen der Orchester, der Landesbühnen, der Stadt-, Staats- und der Freien Theater gemeinsam agieren. Wir haben heute gezeigt: Wir sind viele. Wir stehen gemeinsam für eine lebendige Theaterlandschaft und für eine bunte, weltoffene Gesellschaft. Und: wir wollen dafür Verantwortung übernehmen. Zusätzlich zu den mehr als 600 Menschen, die trotz des schlechten Wetters vor Ort waren, haben wir auch unglaublich viele Solidaritätsbekundungen von Vereinen, Netzwerken und Theaterschaffen aus ganz Deutschland erhalten. Dass wir auch von der Politik so unterstützt werden freut uns besonders. Nun müssen nur noch entsprechende Taten folgen." sagte Antje Thoms vom Aktionsteam #rettedeintheater.

Die Kommunaltheater fordern für 2019 mindestens sechs, besser 9 Millionen Euro mehr, die Freien Theater mindestens 250.000 Euro für die so genannte Konzeptionsförderung (siehe angefügte Petionsmappe) – am besten aber wäre eine dauerhafte Steigerung des gesamten Kulturhaushalts, wie von Kulturminister Thümler in seiner Rede auf der Kundgebung gefordert.

„Langfristig setze ich auf eine Steigerung des gesamten Kulturhaushalts. Wenn ich dabei von so vielen Menschen wie heute lautstark unterstützt werde, hilft uns das allen.“

Das Aktionsbündnis widerspricht allerdings Thümlers Aussage, nach der es keine festen Zusagen an die kommunalen Theater gegeben habe. Ulrich Mädge, Lüneburger Oberbürgermeister und Präsident des Niedersächsischen Städtetages, bestätigt, dass Minister Thümler den Theatern 6 Millionen Euro zugesagt hat. Es ist völlig unverständlich warum der Minister von dieser Zusage jetzt nichts mehr wissen will. Offensichtlich hat er sich im Kabinett nicht oder nicht nachhaltig genug dafür eingesetzt oder er vergisst, dass auch mündliche Zusagen Zusagen sind. Zumindest dann, wenn man glaubhaft bleiben will.

Vor allem aber fordern alle Theaterschaffenden gemeinsam ein politisches Klima, in welchem die Theater und Orchester die Wertschätzung erfahren, die ihrer gesellschaftlichen Relevanz entspricht. Denn Theater ist gelebte Demokratie und in Zeiten wie diesen wichtiger denn je.

Zurück

Wir verwenden Cookies für statistische Zwecke. Mehr ›