Jahresbericht 2017 erschienen

Die Soziokultur in Niedersachsen ist in allen Teilen des Landes am Puls der Zeit; in ländlichen Regionen wird mit Kultur an der Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität in Dörfern und Kleinstädten gearbeitet, in Städten werden Freiräume für junge Kreative geschaffen und überall können Menschen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen an einer Vielfalt von Angeboten teilnehmen und selber gestaltend tätig werden.

Die LAGS ist ein beeindruckendes Netzwerk von inzwischen über 100 Einrichtungen und Vereinen. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Mitgliederzahl annähernd verdoppelt. Die meisten Neumitglieder arbeiten in Ländlichen Räumen, wo der strukturelle Wandel besonders ausgeprägt und die kulturelle Infrastruktur eher schwach ausgebildet ist und bürgerschaftliches Engagement für kulturelle Teilhabe umso wichtiger.

Die Themen, zu denen sich Menschen engagieren, sind sehr breit gefächert und mit wachsender Komplexität unserer gesellschaftlichen Themen wächst auch auch das Spektrum der Themen und Aufgaben in freien Kultureinrichtungen. Die Erwartungen an „die Kultur“, zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beizutragen, gründen sich auf die Flexibilität und Kreativität der kulturellen Akteure und deren Bereitschaft, diese Potentiale gemeinschaftsstiftend einzubringen.

Im Bericht können Sie anhand einiger Beispiele aus unserer Förderpraxis einen Einblick in das Spektrum der soziokulturellen Aktivitäten gewinnen.

Neben dem Engagement der Akteure – der bezahlten wie der „freiwilligen“ – sind die Kulturträger auch mit ihrer Infrastruktur gefordert. Die Ansprüche an interessante Veranstaltungen in barrierefrei zugänglichen, energetisch sanierten und brandgeschützten, sauberen und gut belüfteten Räumen mit Licht- und Tontechnik auf aktuellem Stand, freiem W-LAN und bequemer Bestuhlung steigen kontinuierlich.

Wie kann das alles geleistet werden? Soziokulturelle Einrichtungen erwirtschaften immer noch 50% ihrer Einnahmen selbst, werden im Durchschnitt nur zu 25-30% verlässlich gefördert und sind im Übrigen darauf angewiesen, sich an eine Vielzahl unterschiedlicher Geldgeber und Förderetats für zweckgebundene Zuschüsse zu wenden.

Begleitend zur hohen Eigenerwirtschaftung und zur Förderung der Kommunen leistet das Land Niedersachsen wichtige Beiträge zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der Soziokultur. Der dafür eingesetzte Etat ist mit der Förderung der Arbeit der LAGS und ihrer Beratungs- und Fortbildungsleistungen, der Projekt- und Strukturförderung und der Förderung von Investitionen klug konzipiert. Er hat allerdings mit gut 2 Mio Euro insgesamt eine Finanzausstattung, die der Mitte der 90-er Jahre entspricht.

In diesem Zusammenhang freuen wir uns über die Ankündigungen im Koalitionsvertrag, nach denen das Investitionsprogramm für kleine und mittlere Kultureinrichtungen und Museen erhöht und die Soziokultur stärker gefördert werden soll.

Die aktuelle Zielvereinbarung der LAGS mit dem MWK für die Jahre 2018 – 2020 ist eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit mit dem Ziel, diese Aussagen mit Leben zu füllen.

Was es heißen kann, Soziokultur stärker zu fördern und dabei insbesondere die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse und des kulturellen Engagements in allen Teilen des Landes im Blich zu haben, dazu haben wir einen Vorschlag für eine verstärkte Strukturförderung kleiner Kulturträger in Ländlichen Räumen entwickelt und freuen uns auf die Gespräche mit den Landespolitiker*innen hierzu. 

In  2017 hat die LAGS darüber hinaus ein Konzept für den Generationenwechsel in der Geschäftsführung erarbeitet. Der Dank an alle Leser*innen dieses Berichts für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr schließt auch meinen persönlichen Dank ein für Begegnungen, Gespräche, Anregungen, Kritik, Impulse und alles, was wir gemeinsam erreicht haben.

Hier können Sie den Bericht als pdf herunterladen

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