Neue Hoffnung für die Mühle

Gemeinde und Mühlenverein wollen Gespräche über die Zukunft der Seefelder Mühle aufnehmen

Kreative Ideen der Vereinsmitglieder, Kommunalpolitiker mit Weitblick und Sinn für Teilhabe sowie ein Konzept, in dem dieser Weitblick sichtbar wird, forderte die frühere Grundschullehrerin Regina Hartmann unmittelbar vor der jüngsten Gemeinderatssitzung bei einer Kundgebung auf den Treppen des Rathauses.

Diese hatte Regina Hartmann organisiert, weil nicht klar ist, ob die Gemeinde Stadland dem Seefelder Mühlenverein künftig einen Zuschuss von 10.000 Euro jährlich für die Personalkosten der beiden hauptamtlich beschäftigten Mitarbeiterinnen gewährt.

Bei 28.000 Besuchern jährlich brauche die Seefelder Mühle das Hauptamt, denn ehrenamtlich sei die Arbeit nicht zu bewältigen, sagte Regina Hartmann vor rund 50 Zuhörern. Diese waren – ihrer Bitte entsprechend – in Trauerbekleidung erschienen. „Wir brauchen Menschen, die mitdenken, mithandeln und nach neuen Wegen suchen. Wir brauchen sie mehr denn je, denn alles, was bisher entstanden ist, ist in Gefahr, weil das Geld für die Personalkosten nicht mehr ausreicht“, verlangte Regina Hartmann. Schon unmittelbar vor der Kundgebung stellte sich der erste Erfolg ihrer Bemühungen ein. Die Gemeinde Stadland und der Mühlenverein einigten sich, Gespräche über die Zukunft der Mühle zu führen, um gemeinsam einen Lösungsweg zu finden. Das hob auch Bürgermeister Klaus Rübesamen, der anschließend zu den Vereinsmitgliedern sprach, hervor. Dabei unterstrich er allerdings auch, dass Stadland bereits die Mühle unterstütze, beispielsweise durch aufwendige Reparaturarbeiten.

Ein ursprünglich kleines Team an Ehrenamtlichen hat für die Öffentlichkeit viel Zeit, Kraft, Wissen und oft auch Verzicht auf Ruhe und Privatleben aufgebracht und im Laufe der Jahre ein unglaublich vielfältiges Angebot geschaffen, denn das Verlangen nach Vielfalt, an Ideen, An Initiativen sei auf dem Land genauso groß wie bei den Menschen in der Stadt. „Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für Menschen aus allen Bereichen ist dieses Kulturzentrum nicht mehr wegzudenken. Manche Touristen kommen ausdrücklich wegen der Seefelder Mühle in unsere Region“, sagte Regina Hartmann.

Sie sei ein Leuchtturm und damit auch ein Schmuck für die Gemeinde. Dieser strahle weit über die Gemeindegrenzen hinaus, schaffe Arbeitsplätze, Verdienstmöglichkeiten und bringe Steuereinnahmen. Es sei deshalb dringend erforderlich, dass sich jeder dafür einsetzt, dass die Mühlenflügel nicht still stehen. Von den für die Seefelder Mühle benötigten 50.000 Euro bringt der Verein selbst 10.000 Euro ein. Der Rest müssen eingeworben und erkämpft werden. Für die Gemeinde Stadland geht es dabei um eine Aufstockung ihres bisherigen Zuschusses von 4.000 Euro jährlich. Seit dem Jahr 2001 sei das Geld der Kommune von 500 Euro monatlich trotz steigender Preise nicht erhöht worden. Wenn eine Aufstockung nicht gelinge, werde es die vielfältigen Angebote und Veranstaltungen der Seefelder Mühle nicht mehr geben, stellte Regina Hartmann fest und zählte diese auf. Für jede warf sie ein Kärtchen in eine symbolische Urne: „Wie traurig ist der Gedanke, dass vielleicht schon bald all das eingeäschert wird.“

Die Zusammenkunft vor dem Rathaus bezeichnete sie als Appell für ein Um- und Neudenken bei der Verteilung freiwilliger Leistungen. Im Rathaus sollte nicht gegen, sondern miteinander diskutiert, gemeinsam gestaltet und Lösungen für Probleme gefunden werden. Dazu könnte mit den Beteiligten der Seefelder Mühle ein Konzept entwickelt werden, das nicht nach dem Gießkannenprinzip Geld vertröpfelt, sondern Schwerpunkte setzt. So könnte auch verhindert werden, dass der Eindruck entsteht, einem Verein werde etwas weggenommen und einem anderen werde es gegeben. Das dürfe nicht sein.

Uwe Stratmann, Kreiszeitung Wesermarsch (Herzlichen Dank für die Genehmigung den Artikel im Newsletter zu veröffentlichen!)

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