The Changing Space for Civil Society

Ein Symposium aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Maecenata Instituts für Philanthropie und Zivilgesellschaft und des 70. Geburtstags seines Gründers Dr. Rupert Graf Strachwitz
Zur Zeit wächst vielfach das Misstrauen gegen zivilgesellschaftliche Akteure. In Russland, Ungarn, Polen und anderswo fürchten Regierungen den Einfluss der unabhängigen Akteure, zumal dann, wenn sie die Macht der Regierenden in Frage stellen, transnational agieren, ihre Stimme hörbar erheben und für Menschen- und Bürgerrechte, Demokratie und die Herrschaft des Rechts eintreten. Dagegen werden restriktive Maßnahmen ergriffen. Nimmt man die in vielen Ländern zunehmenden Finanzierungsbeschränkungen und Registrierungshürden hinzu, erscheint das oft gehörte Schlagwort vom Shrinking Space for Civil Society nicht übertrieben.
Dabei wird allerdings übersehen, dass andererseits der Einfluss zivilgesellschaftlicher Akteure vielfach stark zunimmt. Schon um 1989 wurde deutlich, dass der Transformationsprozess in Mittel- und Osteuropa ohne zivilgesellschaftliches Handeln nicht möglich gewesen wäre. Heute ist dieses zu einem mitbestimmenden Faktor der gesellschaftlichen Entwicklung geworden, der sich ganz besonders in Krisen manifestiert. Darüberhinaus sorgen Einschränkungen des Wohlfahrtsstaates, Krisen des parlamentarischen Systems, Kritik an der in den 1990er Jahren in den Vordergrund getretenen Dominanz des Marktes und andere gesellschaftliche Entwicklungen dafür, dass der Zivilgesellschaft mehr Aufgaben und Verantwortung übertragen werden.
Im internationalen Kontext wäre es deshalb zu eng, nur von einem Shrinking Space for Civil Society zu sprechen. Es gilt vielmehr, aus wissenschaftlicher Sicht die Veränderungen zu analysieren, die Potenziale herauszuarbeiten und aus Sicht der Zivilgesellschaft selbst einen größeren Diskurs hierzu zu organisieren. Das Symposium The Changing Space for Civil Society hat dieses Anliegen. Einzelne Themenfelder der Mikro-, Meso- und Makroebene, mit denen die Zivilgesellschaft in einem besonderen Spannungsverhältnis steht, sollen paradigmatisch erörtert werden.
Als Referentinnen und Referenten, Moderatorinnen und Moderatoren haben bereits zugesagt:
Emil Brix, Österreichischer Botschafter, Moskau
Prof. Dr. Paul Dekker, Universität Tilburg/Niederlande
Dr. Anna Domaradzka, Universität Warschau
Dimitrios P. Droutsas, ehem. Außenminister Griechenlands, Athen
Prof. Dr. Jürgen Kocka, ehem. Präsident des WZB, Berlin
Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der Volkswagen Stiftung, Hannover
Dr. Ulla Pape, Universität Bremen
Prof. Dr. Gunnar Folke Schuppert, ehem. Humboldt-Universität zu Berlin
Prof. Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governance Platform, Berlin


Wer Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich schon jetzt melden bei: veranstaltung@maecenata.info


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