Bericht über das Treffen der Booker*innen in der Soziokultur

Im Mai. 2017 fand das zweite Booker*innen Treffen in Hannover statt. Der Verein KuFA aus Braunschweig stellte sich vor, mit seinem Veranstaltungsraum und der geplanten großen Halle wird eine Lücke in der Braunschweiger Veranstaltungslandschaft geschlossen.

Von der GEMA gibt es eine beruhigende Nachricht: Die seit 2015 aufgrund des einberufenen Schiedsstellenverfahrens ausgesetzte Tariferhöhung wird auch bei einer positiven Entscheidung pro GEMA nicht nachberechnet. Ansonsten sehen die Booker*innen in der LAGS keine Verbesserung in der Praxis der GEMA, die seit einiger Zeit nur noch über eine zentrale Hotline zu erreichen ist. Wir raten allen Betroffenen in jedem Fall bei Problemen eine Aussetzung der strittigen Rechnungen bis zur Klärung zu beantragen, um nicht unnötig in ein Mahnverfahren zu kommen. Wir wünschen uns hier eine unabhängige Beratungsinstanz, die die Interessen der Urheber wie auch der Veranstalter gleichermaßen berücksichtigt.

Auch betreffend die Künstlersozialkasse/KSK gibt es Unklarheiten: bei den Prüfungen durch die Rentenversicherer stellen wir immer öfter unterschiedliche Interpretationen der Abgabepflicht fest. Wir wünschen uns hier Klarheit darüber, welche veranstaltungsbezogenen Kosten, die über künstlerische Gagen und Honorare hinausgehen, mit einbezogen werden müssen.

Der im Oktober 2016 von unserem Kreis geäußerte Wunsch nach verbesserter Strukturförderung im Veranstaltungsbereich kann inzwischen durch mehrere Förderprogramme erfüllt werden: Zum einen das Sanierungsprogramm im April/Mai 2017 (inzwischen bereits abgelaufen) und das Programm zur Digitalisierung der Aufführungstechnik im Herbst 2017, beide Programme angesiedelt bei der Initiative Musik und ausschließlich für private oder gemeinnützige Musikspielstätten. Hier stehen jeweils ca. 80.000 € für Niedersächsische Musikspielstätten zur Verfügung. http://initiative-musik.de/digitalisierung.html

Auch das Förderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur zur "Förderung von investiven Projekten in kleinen Kultureinrichtungen" für 2017 – 2018 trifft die Bedürfnisse vieler kleinerer Spielstätten: Einrichtungen mit max. drei Beschäftigten oder max. 500 Quadratmeter Fläche können hier Zuschüsse zu Investitionen zwischen 5.000 und 50.000 € bei einem Eigenanteil von 25% beantragen. Antragsfristen: 15.06.2017 und 15.09.2017, es stehen insgesamt 1,7 Mio € zur Verfügung. http://www.mwk.niedersachsen.de/startseite/kultur/landeskulturfoerderung/antragsverfahren-zur-landeskulturfoerderung-127364.html

Weitere Themen auf dem Treffen waren der Umgang mit den Haftungsklauseln in Engagementverträgen und die fortschreitende Monopolstellung der großen Vorverkaufsfirmen im Hardticketverkauf auf der einen Seite, dagegen die immer größer werdende Zahl der alternativen und zum Teil günstigeren Onlinevorverkaufsportale.

Das nächste Booker*innen findet am 27. September 2017 zur nächsten Mitgliederversammlung der LAGS in der musa in Göttingen statt.

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