Interaktive Kunstinstallation im Park an der Koppelschleuse

In diesen Briefen zeigt sich Vincent als scharfer Beobachter von Menschen und Natur der Region. Er beschreibt die Landschaft, das Licht, die Natur aus Sicht eines Malers, ist fasziniert von allem Flüchtigen und Zeitlosen, das er in der Landschaft sieht. Gleichzeitig ist insbesondere aus seinen Beschreibungen des Lichtes und der Landschaft ein Unterton herauszulesen: die Beschäftigung mit dem eigenen Seelen- und Geisteszustand, eine stets mitschwingende Melancholie, aber auch eine große Freude über die Naturnähe.

Auf Silies & de Kluizenaar üben die Natur und Landschaft eine ähnliche Faszination aus wie auf Vincent - nur ist es eine klangliche Faszination. Wo Vincent Licht aus Sicht eines Malers beschreibt, sprechen die beiden Klangkünstler über Geräusche, eine gemeinsame Klangpalette, über Schwingungen, Ober- und Untertöne.

Im Park an der Koppelschleuse werden zwischen den Bäumen lange Saiten gespannt. Mittels Körperschallwandler werden die Saiten - ganz im Sinne eines „Dosentelefons“ - zum Schwingen angeregt. Auslöser der Schwingungen sind gesprochene Textauszüge aus den Briefen von Vincent und Theo. Die beiden Klangkünstler lassen die Texte mit Ihrer Sprache, Geräuschen und eigens komponierter Musik lebendig werden. Niederländisch trifft auf deutsch, Naturgeräusche werden in Musik transformiert. Die Klänge bringen in Form von Vibration Materialien und Saiten in Schwingung. Für die Besucherinnen und Besucher werden die Texte und Klänge am jeweils anderen Ende des „Dosentelefons“ über Resonanzkörper hörbar.

Doch die Besucherinnen und Besucher hören nicht nur die Texte und Musikelemente ­– sie hören auch den Wind, der die Saite zum Schwingen bringt. Sie hören klingende Objekte, die stellenweise an die Saiten gekoppelt sind. Die Natur spielt mit auf dem Instrumentarium, das die Klangkünstler ihr zur Verfügung stellen. Die gesprochenen Texte bekommen ganz wörtlich Ober- und Untertöne. Sie werden kommentiert durch die Klangpalette der Künstler. Nicht zuletzt können die Besucherinnen und Besucher selbst in das klangliche Geschehen eingreifen und die Saiten zupfen oder anderweitig bespielen.

So inspirieren die Briefe letztlich dazu, einen größeren Bogen zu spannen: es geht um das Verhältnis des Menschen zur Natur, um zwischenmenschliche Kommunikation, um Selbstreflexion, um Spielfreude und dabei natürlich immer um die leisen und lauten Ober-, Unter- und Zwischentöne. 

Das Projekt wurde gefördert durch die Emsländische Landschaft, die Stadt Meppen und die Sparkasse Emsland.

Alle weiteren Infos gibt es hier.

 

Quelle: Newsletter der Koppelschleuse Meppen

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